Religionsunterricht
Der
Religionsunterricht in den Zeiten des kulturellen Wandels
Religionsunterricht gehört traditionell zum Lehrplan der
deutschen Schulen. Damit werden seit Generationen die christlichen
Fundamente zu stärken versucht und es wird nicht zuletzt der
Bedeutung der Kirchen Tribut gezollt.
Doch ist der Religionsunterricht immer stärker umstritten.
Grund dafür ist der große Mitgliederschwund der
Kirchen sowie die Integration fremder Kulturen und Religionen, die eine
Gleichberechtigung fordern.
In Deutschland ist eigentlich die Trennung von Kirche und Staat
festgeschrieben. In manchen Punkten jedoch wird diese Trennung nicht
eingehalten. Das wichtigste Beispiel neben der Kirchensteuer ist der
Religionsunterricht. Der Unterrichtsinhalt des Religionsunterrichts
wird von den Kirchen gestaltet, obwohl er an einer staatlichen Schule
stattfindet. Dieses traditionelle Recht der Kirchen ist aber sehr
umstritten. Viele Bürger fordern die Abkehr vom
traditionellen, von den Kirchen geleiteten konfessionellen
Religionsunterricht und fordern die Einführung eines nicht an
Religions- und Konfessionszugehörigkeit der Schüler
gebundenen allgemeinen Ethik- und Religionsunterricht.
Wichtigstes Argument dafür ist der gesellschaftliche Wandel.
Die Mitgliederzahlen der Kirchen schwinden ständig, die Zahl
de wirklich kirchlich aktiven Menschen ist noch geringer. Durch die
Einwanderer der letzten Jahrzehnte hat die Zahl der Bürger
anderer Religionen so stark zugenommen, dass beispielsweise die
islamische Gemeinschaft in Deutschland eine Gleichbehandlung fordert.
Die Diskussion um die Einführung eines islamischen
Religionsunterricht spaltet die Gesellschaft und stellt auch den
konfessionellen Religionsunterricht immer wieder in Frage. Doch die
Kirchen wehren sich bislang erfolgreich gegen einen Einschnitt ihrer
Befugnisse und Verteidigen sehr entschieden die bisherige Form des
Religionsunterrichts.
Jedoch wird die Diskussion mit dem weiteren Zuwachs der islamischen
Bevölkerung in Deutschland sowie dem zunehmenden
Bedeutungsverlust der christlichen Kirchen noch weiter auf der
Tagesordnung stehen und so ist das weitere Bestehen des
Religionsunterrichts in seiner bisherigen Form nicht sicher.