Hochbegabung
Hochbegabte: Eine
weitere Ausnahme im Schulsystem
Genauso wie es Kinder und Jugendliche gibt, deren
Lernfähigkeiten hinter den Ansprüchen des
Schulsystems zurückbleiben und für die der Besuch
einer Sonderschule empfehlenswert ist, gibt es auch Schüler,
deren Lernfähigkeiten über das gewöhnliche
Maß hinausragen.
Doch ist für diese Schüler eine besondere
Förderung meistens nicht so einfach zu erhalten. Das liegt zum
einen daran, dass die Anzahl der Schulen für Hochbegabte nur
sehr klein ist. Der Besuch einer Schule für Hochbegabte kann,
je nach Wohnort, mit einem
unverhältnismäßig langen Schulweg verbunden
sein oder gar den Besuch eines Internats erforderlich machen. Diese
Probleme schrecken viele Schüler und Eltern ab, so dass
oftmals weiterhin eine normale Schule besucht wird, obwohl die
Lernfähigkeiten des Schülers über die
Anforderungen eines normalen Gymnasiums hinausragen.
Ein weiterer Grund dafür, dass nur relativ wenig Hochbegabte
an einer speziellen Schule gefördert werden, ist, dass die
Hochbegabung oftmals nicht erkannt wird. Da die gewöhnliche
Schulbildung oftmals von den Hochbegabten nicht als ausreichend
empfunden wird, kann es schnell zu Langeweile kommen. Bei
Schülern, die an einer gewöhnlichen Schule
unterfördert sind, schlägt sich die
überdurchschnittliche Begabung oftmals in
Verhaltensauffälligkeiten und schlechten Noten nieder, die
durch Langeweile verursacht werden. Die Bildung der
gewöhnlichen Schule wird verweigert, so dass die Symptome der
Hochbegabung manchmal das genaue Gegenteil vermuten lassen,
nämlich dass der betreffende Schüler
überfordert sei. Hier ist ein besonderes Gespür der
Lehrer und auch der Eltern notwendig, um den wahren Grund der Probleme
zu ermitteln.